Auf dem Hamburger DOM geht es rund – doch jetzt sorgt eine süße Tradition für mächtig Wirbel! Neben wilden Fahrgeschäften und bunten Lichtern dürfen auch die Klassiker an den Buden nicht fehlen: Schmalzgebäck, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte locken die Besucher in Scharen. Doch ein ganz besonderes Leckerli steht plötzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit – und das nicht nur wegen seines knallroten Glanzes!
Ein Warnhinweis direkt an der Bude lässt viele verdutzt zurück: Was bitte soll an einem harmlosen „Liebesapfel“ gefährlich sein? Eltern runzeln die Stirn, Schausteller zucken mit den Schultern und die Verwirrung ist perfekt. Dabei sind die süßen Äpfel mit der dicken Zuckerschicht besonders bei Kindern heiß begehrt. Doch genau da liegt das Problem. MOIN.DE war vor Ort in Hamburg.
Hamburg: Gefahr für Kinder
Die knallroten „Liebesäpfel“ glänzen verführerisch – doch hinter der süßen Verlockung lauert eine Gefahr! Ein kleines Schild sorgt für große Aufregung: „Dieser Artikel enthält den Farbstoff E124 und kann die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“ Während viele sich jetzt genau über diesen Stoff empören, übersehen sie, dass auch andere „Liebesäpfel“ beim Hamburger DOM mit sogenannten Azofarbstoffen gefärbt sind!
Ob E102, E110 oder E122 – sie alle stehen laut Verbraucherzentrale im Verdacht, Hyperaktivität oder Hautausschläge auszulösen. Die EU hat daher bereits vor Jahren Warnhinweise verpflichtend gemacht! Budenbesitzer erklären, dass Azofarbstoffe nötig seien, um die typische rote Farbe zu erhalten. Ein Stand-Verkäufer vom „Sweet Bus“ macht aber klar: „Man muss nicht E124 benutzen“. Doch warum ist gerade E124 das Problem?

Hamburg: Das Problem mit E124
Die Verbraucherzentrale macht klar: Schon seit Jahren sind diese synthetischen Farbstoffe umstritten, da sie bei empfindlichen Personen heftige Reaktionen hervorrufen können. Doch E124 sticht besonders hervor! Dieser Farbstoff habe eine noch geringere empfohlene Aufnahme-Menge als andere Azofarbstoffe, die für die Glasur der „Liebesäpfel“ genutzt werden. Bedeutet: Bereits kleinere Mengen könnten Auswirkungen auf Kinder haben!
Gekennzeichnet werden müssen allerdings alle „Liebesäpfel“, die einen Azofarbstoff beinhalten, egal ob 102, 122 oder 124. Und das ist aktuell nicht bei allen Schaustellern auf dem Hamburger DOM der Fall. Ein Standbetreiber ohne den vorgeschriebenen Warnhinweis verteidigt sich: „Die Farbstoffe stehen da, bald ist sonst der ganze Stand beschriftet“. Wer nicht darauf hinweist, verstößt gegen geltende Regeln – und sorgt dafür, dass Eltern und Kinder unwissend zugreifen.
Mehr News:
Die Besucher bleiben entspannt: „Wenn ich meinem Kind sowas kaufe, dann weiß ich ja so oder so schon, dass ich da mit dem ganzen Zucker nichts Gutes kaufe“ – so kommentiert ein DOM-Besucher gelassen. Ein anderer ergänzt: „So eine Ausnahme gibt es ja auch nur ein- oder zweimal im Jahr.“
Das Fazit: Die Gefahr steckt überall! Während sich alle über E124 aufregen, wird übersehen, dass auch andere Liebesäpfel mit bedenklichen Farbstoffen verkauft werden – und das seit Jahren. Wer sichergehen will, sollte nach Äpfeln ohne Azofarbstoffe fragen – oder lieber eine andere DOM-Süßigkeit wählen. Die Lebensmittelkontrolleure haben die Kennzeichnungspflicht im Blick, doch entscheiden müssen am Ende die Besucher selbst.