Borkum – für viele Menschen ein absolutes Urlaubsparadies. Doch vor einigen Wochen machte die Insel mit extremen Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam.
Im Fokus der Borkum-Kritik: die Klaasohm-Tradition, bei der Männer Frauen jagen und verprügeln (MOIN.DE berichtete). Nun kommen neue, beunruhigende Insel-Intrigen ans Licht.
Borkum: Anfeindungen über Anfeindungen
Die Erkenntnisse über die Insel-Tradition haben Borkum definitiv in ein anderes Licht rücken lassen. Doch wie hat sich der Skandal unter den Insulanern geäußert? Viele Anwohner wehren sich bis heute gegen einige Teile der Berichterstattung sowie gegen diverse Anfeindungen.
„Es wurde mir vorgeworfen, dass ich Vergewaltigung zustimmen würde, dass ich ein Inzucht-Ergebnis der Insel bin“, erklärt die stellvertretende Borkum-Bürgermeisterin Melanie Helms in einer NDR-Dokumentation von „Zapp“. Sie fügt hinzu: „Es wurde ausgesprochen, man müsste die Insel wegbomben, man müsste Euch anzünden. Das hat mich tief getroffen, weil die Insel so viele gute Seiten hat.“ Doch vor allem betroffenen Frauen, die sich öffentlich über Klaasohm-Tradition äußerten, wurden mit krassen Anfeindungen konfrontiert.
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Borkum: „Stell dich nicht so an“
In der Dokumentation berichten die Frauen von ihren enormen Erlebnissen. „Meine Erfahrungen wurden ins Lächerliche gezogen, und mir wurde geschrieben, dass man mir das nicht verzeihen würde“, berichtet eine Borkumerin, die aus Furcht vor Angriffen anonym bleiben will.
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Eine weitere Borkumerin schildert Ähnliches: „Wenn man mal etwas sagt, dann wird gesagt: ‚Stell dich nicht so an, das ist nicht so schlimm.'“ Laut ihr werde alles rund um die Klaasohm-Tradition auf Borkum heruntergespielt. Somit lerne man, dass man darüber nicht spricht.