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Hamburg: Letzte Wahl-Umfrage setzt Tschentscher unter Druck

In Hamburg wird am Sonntag gewählt, hinter der SPD bahnt sich eine Wachablösung an. Der Plan von Bürgermeister Tschentscher wackelt.

Braucht es in Hamburg bald eine andere Koalition?
© IMAGO/Fotostand

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Friedrich Merz wird der neue Bundeskanzler. Doch schon jetzt zeigen sich viele seiner Wähler enttäuscht.

Nach der Bundestagswahl ist vor der Hamburg-Wahl. Exakt eine Woche nach der großen Abstimmung auf Bundesebene treten in der Hansestadt knapp 1,3 Millionen Wählerinnen und Wähler an die Wahlurne. Zur Wahl stehen 15 Parteien und Wählervereinigungen, traditionell ist Hamburg in SPD-Hand. Seit 2018 ist Peter Tschentscher erster Bürgermeister. Doch jetzt droht sein Vorhaben zu scheitern.

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Im Jahr 2018 beerbte Peter Tschentscher noch-Bundeskanzler Olaf Scholz als erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg, seither ist der SPDler ununterbrochen im Amt. Bei der letzten Wahl im Jahr 2020 wurde die SPD mit 39,2 Prozent zum Sieger gekürt, zweitstärkste Kraft wurden die Grünen mit 24,2 Prozent. Die Koalitionsbildung war angesichts der Mehrheitsverhältnisse vergleichsweise einfach: Seit fünf Jahren wird Hamburg von Rot-Grün geführt.

Tschentscher möchte Koalition in Hamburg fortsetzen

Tschentscher macht keinen Hehl daraus, dass er die Zusammenarbeit auch im Anschluss an die Bürgerschaftswahl gerne fortsetzen möchte. Er habe den „Wunsch“, den bisherigen Kurs fortzusetzen, so der 59-Jährige bei einer TV-Debatte. Im Falle eines Wahlsieges am Sonntag (02. März) soll schnell „eine stabile Regierung“ mit den Grünen erreicht werden. Alle Umfragen sähen weiter eine Mehrheit für ein rot-grünes Bündnis, sagte der erste Bürgermeister.


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Doch ein Blick auf die letzte Umfrage vor der Hamburg-Wahl zeigt, dass sein Plan wackelt. Die SPD ist laut Insa mit 32 Prozent zwar weiterhin mit Abstand stärkste Kraft, dahinter bahnt sich jedoch eine Wachablösung an. Demnach hat die CDU (17 Prozent) die Grünen (16 Prozent) überholt. Die Umfrage wurde vom 24. bis zum 26. Februar durchgeführt. Sofern FDP und BSW (jeweils drei Prozent) an der Sperrklausel scheitern, reicht es für Rot-Grün. Doch die Mehrheit bröckelt.

Angesichts dieses Vorsprungs dürfte schon jetzt feststehen, dass die SPD weiterhin den Bürgermeister stellen wird. Ein Wechsel des Koalitionspartners ist aber längst keine Utopie mehr. Aufgrund dessen, dass die CDU bei der letzten Wahl in Hamburg mit 11,2 Prozent regelrecht abgestraft wurde, schien ein Wechsel in der Bürgerschaft jedoch lange unrealistisch. CDU-Spitzenkandidat Dennis Thering pocht im Gegensatz zu Tschentscher auf Rot-Schwarz. Eine parlamentarische Mehrheit hätte aber auch diese Koalition (noch) nicht.