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Norderney feiert sich selbst – „Der AfD-Osten meckert, der Ostfriese macht!“

Norderney legt mit grüner Technik vor und findet sich ziemlich gut dabei. Knallharte Ansagen in Richtung AfD gibt es gratis dazu.

© IMAGO / Bihlmayerfotografie / Priller&Maug

Norderney: Urlaub, Fähre, Strand - alles was du für den Insel-Urlaub wissen musst

Die Norderney ist eine beliebte ostfriesische Insel in der Nordsee. Jedes Jahr lockt sie zahlreiche Touristen und Urlauber an. Im Jahr 2019 verzeichnete die Insel 3,8 Millionen Übernachtungen. Das waren über 120.000 mehr als im Jahr zuvor.

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Norderney hat jetzt eine E-Fähre im Programm. Ganz ohne Diesel soll das schicke Neu-Gefährt Gäste nur mit elektronischer Kraft vom Festland auf die Insel bringen. Ein großer Schritt – der auch Kritik aushalten muss.

Norderney selbst ist jedenfalls mächtig stolz auf die „Frisia E-1“. Im Freudentaumel stellen sich begeisterte Insel-Liebhaber mal gleich über den AfD-geprägten „Mecker-Osten“. Ganz nach dem Motto „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“.

Norderney: Wettern gegen die Grünen

Während AfD-Vorsitzende Alice Weidel (46) schon ankündigte, Windräder in ganz Deutschland abzureißen, will man in Ostfriesland die progressive Wende in Richtung E-Mobilität voranbringen. Das gelingt mit der neuen E-Fähre auch, trotzdem erfüllt sie einen Teil von Norderneys großem Klimaversprechen recht spät.

Immerhin ist die „Frisia E-1“ laut Betreiber das erste deutsche Seeschiff, dass allein durch Elektromotoren läuft. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sieht das genau so. Freude regt sich sogar nicht nur bei Norderney-Kennern.

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Norderney: E-Mobilität soll sich „nie durchsetzen“

„Ich bin auf die erste Ladung gespannt und hoffe, es gibt keinen großen Widerstand. Finde gut, dass das noch unter der ‚Ampere-Regierung‘ geschafft wurde“, heißt es etwa auf „reddit“. Und noch deutlicher: „Der AfD-Osten meckert, der Ostfriese macht!“

Da sich offenkundige Grünen-Verschmäher in den sozialen Netzwerken bereits mächtig daran abarbeiten, dass sich Elektro-Mobilität ohnehin „nie durchsetzen wird“, fühlen sich offenbar Freunde des Projekts zu Gegenprotest hingezogen.


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Norderney: Der Osten als E-Hot-Spot

Tatsächlich brüstet sich die AfD (die ihre bislang größten Wahlerfolge in Ostdeutschland erzielte) mit dem „Märchen von der Elektromobilität“. Dabei zielt die Kritik der Rechtspopulisten vor allem auf Elektro-Autos, die vor allem im Osten von Tesla, BMW und Volkswagen vorrangig vom Band laufen. Der Vergleich zum Elektro-Auto ist in Sachen „Frisia E-1“ wirklich nicht so weit hergeholt. Aber im Positiven.

Bei der Steuerung der »Frisia E-I« fühlte sich Kapitän Stephan Ulrichs (37) an Batterieautos erinnert, wie er dem „Spiegel“ verriet: „Vom Feeling her ist es wirklich so. Man legt die Hebel nach vorn und wird leicht in den Sitz gedrückt“, so Ulrichs. „Die Kraft ist dann sofort da.“

Am 4. April soll die Fähre an den Start gehen. 60 Prozent des Stroms stammen aus eigener Solarproduktion, das Laden dauert nur 28 Minuten. Die Fähre fährt sogar doppelt so schnell wie herkömmliche Schiffe, das macht es für Gäste aber auch teurer. >>>Hier mehr dazu!