Keine Frage: Die Kreideküste auf Rügen gehört zu den absoluten Wanderhighlights an der Ostsee. Vor allem der Buchenwald oberhalb des Königsstuhls zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an, die die atemberaubenden Kreidefelsformationen nicht nur auf Instagram und Co. bestaunen wollen.
Es ist eine wunderschöne Wanderung, die einen immer wieder mit fantastischen Aussichten belohnt. Rügen eben. Allerdings – und das wurde am Königsstuhl zu einem immer größer werdenden Problem: Am markantesten Kreidefelsen gibt es weit und breit keine öffentliche Toilette. Da wurde die Blase zum Teil bis zum äußersten strapaziert. Mit bitteren und unangenehm riechenden Folgen für Ostsee-Urlauber.
Ostsee: Drastische Maßnahme wegen Wild-Pinklern
An sich ist das Wildpinkeln im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl strengstens verboten – und das nicht nur, weil man sich nicht abseits der angelegten Wege bewegen darf. Weil aber die legalen Möglichkeiten rund um den Kreidefelsen ziemlich bis vollkommen eingeschränkt sind, suchen immer wieder Besucher für ihre Notdurft den nächstgelegenen Busch auf. Die Gaststätte und das Nationalpark-Zentrum behalten ihre Toiletten den Kunden vor. Wer also nichts bezahlen möchte, findet die nächste öffentliche Toilette erst am Großparkplatz in Hagen – und der ist eine gute Wanderstunde vom Königsstuhl entfernt.
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Aus diesen Gründen sieht sich das Nationalparkzentrum jetzt gezwungen zu reagieren – und baut direkt am Königsstuhl eine öffentliche Toilette. Darüber berichtet die „Ostsee Zeitung“ (OZ) am Montag (2. Dezember). Zuvor wollte sich niemand so wirklich um das Problem kümmern. Weder der Kreis, noch das Land, noch die Gemeinde Sassnitz. Mit der Notdurft der Wanderer lässt sich eben nichts verdienen.
Toilette wird eine teure Angelegenheit
Und gleichzeitig kostet der Bau einer solchen Anlage eine Stange Geld. Das Nationalpark-Zentrum lässt sich die Toilette stolze 200.000 Euro kosten. Ein Teil davon soll aber vom Land bezuschusst werden, wie die OZ weiter berichtet. Klar ist aber schon jetzt: Kostenlos wird der Besuch auf dem stillen Örtchen nicht sein. Wie viel du allerdings zahlen musst, ist noch nicht klar.
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„Um kostendeckend zu arbeiten, müssten wir für die Toilettennutzung pro Person zwei Euro verlangen“, erklärt der Chef des Nationalpark-Zentrums, Mark Ehlers, der Zeitung. Das liegt auch daran, dass die Reinigung der Anlage alles andere als günstig ist. Die „Hinterlassenschaften“ sollen nämlich in einer Grube gesammelt und dann vom Zweckverband regelmäßig abgefahren werden. Teure Geschichte. Anders ließe sich eine Toilette an einem derart abgelegenen Ort aber kaum realisieren.