Die Preise für Kaffee erreichen einen neuen Rekordstand. Bei Aldi kosten die Bohnen schon über 10 Euro das Pfund – ein Ende ist nicht in Sicht. Tchibo-Kunden dürften kaum verschont bleiben.
Das Problem: Die Ursachen für den rasanten Anstieg des Kaffee-Preises verschwinden wohl nicht von heute auf Morgen. Tchibo als größter Kaffee-Hersteller Deutschlands trifft das wohl genauso wie Jacobs, Dallmayr, Darboven und Co…
Tchibo: Preiserhöhungen durchgesetzt
Während in Russland oder Indien laut der internationalen Kaffeeorganisation (ICO) sogar „Kaffeeabfälle oder andere Dinge“ beigemischt werden, ist das bei Tchibo und Co. zwar nicht zu erwarten – mehr zahlen müssen Kunden trotzdem. Der Grund dafür ist vor allem Knappheit.
„Erstmals seit Langem können die Kaffeeröster Preiserhöhungen im Lebensmitteleinzelhandel in größerem Umfang durchsetzen“, sagt Arthur Darboven, Miteigentümer des Rohkaffeehändlers Beneke Coffee gegenüber „Welt“. Nachbestellungen bei den Kaffeeproduzenten seien wegen Knappheit nämlich kaum möglich.
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Tchibo und Aldi können Ladenpreise selbst festlegen
Von rund 2.000 Betrieben, die deutschlandweit Kaffee rösten und vertreiben, ist Tchibo der größte. Genau wie Aldi Süd hat der Hamburger Konzern seit Herbst 2024 die Preise um zwei Euro je Kilo erhöht. Immerhin: Da Tchibo und Aldi Produzenten und sogleich Hersteller sind, können sie die Preise selbst festlegen. Supermarktketten wie Edeka, Rewe und Kaufland verhandeln mit den Röstern und entscheiden dann, was auf dem Preisschild steht.
Verschwinden werden die Ursachen für den drastischen Anstieg des Kaffee-Preises vorerst nicht, da sind Experten sicher. „Der größte Preistreiber beim Rohkaffee ist die schwache Ernte und dahinter wiederum steht der Klimawandel als Auslöser. Die starke Dürre im Sommer und die massiven Regenperioden im Winter sind Gründe dafür, dass die Erntemenge jedes Jahr sinkt“, sagt Darboven gegenüber „Welt“.
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Die Mengen sinken, die Kaffeebohnen werden sogar von Jahr zu Jahr kleiner. So gewinnt letztendlich niemand, nicht nur Kunden von Tchibo und Co. müssen die Teuerungen billigend in Kauf nehmen. „Am Ende profitiert niemand, der im physischen Geschäft mit Kaffee arbeitet, von den hohen Preisen, die Kooperativen der Kaffeebauern nicht, aber auch nicht die Kaffeehändler und ebenso nicht die Röster“, sagt Darboven. So entwickelt sich Kaffee langsam aber sicher zum Luxus-Gut.