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AfD springt auf 24 Prozent – große Unruhe macht sich breit in Deutschland

Die Demokraten der Mitte werden nervös. Eine neue Umfrage sieht die AfD nur einen Prozentpunkt hinter CDU/CSU. Was tun?

© IMAGO / Jürgen Heinrich, IMAGO / dts Nachrichtenagentur (Fotomontage)

Bundestagswahl 2025: Die AfD wird zur neuen Macht in Ostdeutschland

Die AfD erzielt ihr bestes Bundestagswahlergebnis mit 20,2 Prozent. Besonders stark schneidet sie in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ab. Welche Folgen hat das für die Opposition?

Nun ist es nur noch ein Prozentpunkt! Laut der neuesten Forsa-Umfrage für RTL und ntv klettert die AfD auf 24 Prozent, während CDU/CSU auf 25 Prozent fallen. Damit ist die Rechtsaußen-Partei lediglich einen Prozentpunkt davon entfernt, stärkste politische Kraft im Land zu werden. Vielen Menschen macht das gehörig Angst. „Wir laufen in ein komplettes Desaster hinein“ und ähnliche Kommentare sind im Netz zu lesen.

Die Reaktionen auf die Umfrage, deren Trend auch von der neuesten INSA-Erhebung für die „Bild“ bestätigt wird, fallen höchst unterschiedlich aus.

+++ Ebenfalls spannend: Fliegt Merz der CDU-Laden um die Ohren? Partei-Promi denkt über Austritt nach +++

Extremer Vertrauensverlust: Friedrich Merz schon vor Kanzlerwahl unten durch

Da gibt es das Lager derjenigen, die Friedrich Merz und der Union vorwerfen, den Willen der Mehrheit zu ignorieren und rot-grüne Politik fortzusetzen. Paradox daran: Dieses Lager kritisiert die Union dafür, Wahlversprechen gebrochen zu haben, plädiert aber gleichzeitig dafür, dass sie nun auf die Weidel-AfD zugehen sollte, obwohl das auch klar ausgeschlossen wurde im Wahlkampf. Die CDU/CSU-Wähler haben eben nicht für eine schwarz-blaue Koalition gestimmt.

Der Leiter des „Stern“-Hauptstadtbüros, Veit Medick, sieht das Problem vor allem bei Merz. Seine Werte seien „dramatisch“. 70 Prozent halten ihm laut Forsa nach der Schulden-Kehrtwende nicht mehr für vertrauenswürdig, „im Osten sind es sogar 82 Prozent“. In der öffentlichen Debatte wird dem vermutlichen neuen Kanzler Wählertäuschung vorgeworfen.

Nicht zu wenig, sondern schon zu viel AfD-Politik?

Ein anderes Lager glaubt nicht daran, dass ein Rechtsruck der Union die AfD kleiner machen könnte. Schließlich habe die Merz-CDU den „konservativsten Wahlkampf seit 20 Jahren“ geführt, wie ein X-Kommentator bemerkt. Trotzdem steige die AfD auf immer neue Rekordwerte. Nach Ansicht dieses Lager, habe die Union nicht zu wenig, sondern zu viel AfD-Politik kopiert. So schreibt ein politischer Beobachter auf X: „Die AfD ist stark, wo die Union ihr hinterherläuft und schwach, wo die Union liberal-konservative Politik macht.“

Scharf kritisiert auch Soziologie-Professor Aladin El-Mafaalani die Union auf Instagram: „Das ist das Ergebnis von Lügen, Betrügen und Rechtsruck in der CDU/CSU“, schreibt er auf Instagram zur Forsa-Umfrage.

Merkel-Mann rät zur Gelassenheit bei Umfragen in dieser Zeit

Hauptstadt-Journalist Dr. Nils Heisterhagen gibt der SPD eine große Mitschuld an der brenzligen Umfrage-Lage. „Wenn die SPD jetzt nicht merkt, dass sie der CDU auch ihre Punkte geben muss, wird es eine instabile Koalition“, schreibt er auf X . Er erinnert die Sozialdemokraten daran, dass viele AfD-Wähler früher ihr Kreuz bei der SPD gemacht haben.


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Für Gelassenheit plädiert währenddessen Peter Altmaier, Ex-Kanzleramtschef unter Angela Merkel. Der CDU-Politiker schreibt auf X: „Umfragen nach Wahlen werden überschätzt. Dass die Verhandlungen bislang ruhig und vertraulich verlaufen, ist ein gutes Zeichen. Die Wähler bilden ihre Meinung, wenn die neue Regierung ein paar Monate gearbeitet und gezeigt hat, was sie kann!“