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Grünen-Abgeordneter blamiert sich mit Poster – „Zum Lustobjekt degradiert“

Im baden-württembergischen Landtag kam es jüngst zum Skandal rund um einen Grünen-Abgeordneten. Es geht um ein Poster…

© IMAGO/Bihlmayerfotografie

"Die Grünen müssen wieder mutig sein" Die Grüne Jugend im Interview: Reden wir drüber

Wir waren am Parteitag in Wiesbaden und durften kurz mit Jette Nietzard und Jakob Blasel über die Pläne der Grünen Jugend reden.

Im baden-württembergischen Landtag sorgt ein Vorfall für Aufregung: Der Arbeitskreis für Umweltschutz traf sich am Donnerstag (3. April) im „Friedrich-Ebert-Saal“ – der Grünen-Abgeordneten Markus Rösler war jedoch nicht vor Ort. Stattdessen schaltete sich der 63-Jährige von zuhause aus per Videocall zu. So weit so gut – doch als er auf Aufforderung eines Kollegen seine Kamera aktivierte, sorgten die dann folgenden Bilder für Furore!

Im Hintergrund war ein Poster mit dem freizügigen Poster einer Frau zu sehen, was insbesondere bei weiblichen CDU-Abgeordneten für Empörung sorgte.

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CDU-Frauen außer sich: „Einfach nur entwürdigt gefühlt“

Natalie Pfau-Weller (CDU) zeigte sich schockiert von der Aussage des Grünen-Politikers und äußerte gegenüber der „Bild“: „Als ich das gesehen habe, habe ich mich einfach nur entwürdigt gefühlt. Als Frau in der Politik muss man sich gegen viele Vorurteile durchsetzen – und dann hängt da bei einer offiziellen Sitzung ein Bild, das uns zu einem Lustobjekt degradiert. Das zeigt, wie tief dieser Sexismus noch sitzt.“

Ihre Parteikollegin Ayla Cataltepe stimmte zu: „Dass vor allen Kolleginnen und Kollegen ein solches Bild gezeigt wird, empfinde ich als demütigend und entwürdigend. Wer sich öffentlich für Gleichstellung einsetzt, muss auch im politischen Alltag zeigen, dass er Frauen nicht auf ihre Körper reduziert.“ Der Vorwurf Doppelmoral schwingt also mit.

Politiker Markus Rösler selbst verteidigte sich gegenüber der „Bild“: „In meinen Privaträumen hängen unterschiedliche Motive an den Wänden, darunter auch figürliche Darstellungen, wie sie sich in vielen Haushalten wiederfinden.“

Debatte über Sexismus in der Politik

Der Vorfall der Grünen wirft erneut die Frage auf, wie mit Sexismus in politischen Kreisen umgegangen wird. Während Rösler auf die Privatheit seiner Räumlichkeiten verweist, sehen Kritiker darin ein Zeichen für tief verwurzelte Probleme.

Auch innerhalb der Grünen regt sich Unverständnis über den Vorfall. Einige Parteikollegen kritisieren, dass Rösler sich bewusst sein müsste, dass private Einblicke während einer offiziellen Sitzung problematisch sind.



Nun bleibt abzuwarten, ob Rösler die Wogen glätten kann.