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JU mit schwerem Vorwurf gegen Merz – „Stehen als Lügner da“

Die JU Köln kritisiert Friedrich Merz scharf für seinen Kurs in den Koalitionsverhandlungen. Er gefährde damit das Vertrauen der Basis.

Die JU Köln geht CDU-Chef Friedrich Merz scharf an.
© IMAGO / dts Nachrichtenagentur; IMAGO / wolterfoto

CDU verliert reihenweise Mitglieder

In der CDU brodelt es gewaltig. Immer mehr Mitglieder treten aus der Partei aus.

Der Unmut über CDU-Chef Friedrich Merz wächst. Aus Sicht vieler Parteimitglieder hat der wohl künftige Kanzler in den bisherigen Koalitionsverhandlungen zu wenig von der eigenen Linie durchgesetzt.

Nun wendet sich die Junge Union Köln (JU) mit wütenden Worten an Merz. Mit Blick auf die schwarz-roten Verhandlungen spricht der Verband von einem „politischen Desaster“.

++ Dazu interessant: Fliegt Merz der CDU-Laden um die Ohren? Partei-Promi denkt über Austritt nach ++

JU-Verband geht Merz scharf an

In einem Antrag wettert die Junge Union in Köln scharf gegen CDU-Parteichef Friedrich Merz. Das Papier wollen sie beim Kreisparteitag der Kölner CDU am kommenden Samstag (5. April) vorlegen. Die laufenden Gespräche zwischen Union und SPD hätten zu „großer Beunruhigung und wachsendem Unmut“ geführt, heißt es in dem Papier. Die Rede ist von einem „politischen Desaster“.

Junge Union Köln auf X: „Unser Antrag für den kommenden Parteitag 👇🏼👇🏼👇🏼 https://t.co/YOucj6h3wq“ / X

Die JU Köln ist mit knapp 1.350 Mitgliedern der größte JU-Verband in Deutschland. In einer linksdominierten Stadt wie Köln habe sie während der Bundestagswahl für konservative Themen geworben, heißt es weiter im Brief. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung über die aktuellen Gespräche.

Zu wenig Unionspolitik in Verhandlungen

Kritisiert wird vor allem, dass zentrale Unionsforderungen auf der Strecke geblieben seien. Die JU schreibt dazu: „Wir haben Sie, Friedrich Merz, verteidigt, weil wir daran geglaubt haben, dass Sie für Klarheit stehen – nicht für opportunistische Deals.“

Der Verband fragt sich: „Wo bleibt die Handschrift unserer Union in den Verhandlungen? Wo ist der versprochene Kurswechsel in der Migrationspolitik? Wo ist die Wirtschaftswende, die wir angekündigt haben?“ Stattdessen erlebe man eine Führung, die sich mehr dem möglichen Koalitionspartner anbiedere, als den eigenen Überzeugungen zu folgen.


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Die JU warnt: Sollte sich dieser Kurs fortsetzen, drohe ein langfristiger Vertrauensverlust – besonders auf kommunaler Ebene. „Wir haben den Menschen im Wahlkampf klare Botschaften vermittelt. Wenn davon nichts umgesetzt wird, stehen wir vor Ort als Lügner da“, warnen die Kölner Friedrich Merz. „Das wird uns spätestens bei der Kommunalwahl 2025 (am 14. September, Anm. d. Red.) schmerzhaft auf die Füße fallen. Wer soll uns denn noch ernst nehmen, wenn die CDU für alles und nichts steht?“