Immer wieder spricht US-Präsident Donald Trump darüber, Grönland einnehmen zu wollen. Die Regierung der Insel lehnt seinen Plan klar ab, doch Trump zeigt sich unbeirrt und droht sogar offen mit einem Militäreinsatz. Eine Warnung, die man ernst nehmen sollte.
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Trump droht Grönland mit Militäreinsatz
Donald Trump bekräftigte in letzter Zeit häufiger seine Absicht, Grönland einzunehmen. Die USA brauchen die größte Insel der Welt für wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zwecke, so der US-Präsident. In einem jüngsten Interview pochte er erneut auf seinen Plan. Dabei schloss der US-Präsident auch eine militärische Intervention nicht aus.
Im Interview mit NBC machte Trump klar: „Wir werden Grönland bekommen. Ja, 100 Prozent.“ Für sein Vorhaben würde er auch vor militärischen Maßnahmen nicht zurückschrecken. Es gäbe eine „gute Möglichkeit, dass wir es ohne militärische Gewalt schaffen könnten“. Er schob aber schnell hinterher: „Ich schließe nichts aus.“
Ernste Absichten des US-Präsidenten
Politikwissenschaftler Prof. Thomas Jäger warnt gegenüber unserer Redaktion davor, Trumps Drohungen als bloße Rhetorik abzutun. „Er meint es ernst, Grönland zu erwerben“, so Jäger. Doch er macht auch klar: „Weder Dänemark noch die Bevölkerung in Grönland werden darauf eingehen.“
Diese Einschätzung bestätigt auch Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, der am Sonntag (30. März) deutlich machte: „Die USA bekommen Grönland nicht.“ Auf Facebook schrieb er: „Wir gehören niemand anderem. Wir entscheiden über unsere eigene Zukunft.“
Drohung gegen NATO-Mitglied
Prof. Jäger verweist darauf, dass Trumps Denken an eine Zeit erinnere, in der Landkäufe wie dieser noch üblich waren. „Der Kauf von Grönland wäre aus der Zeit gefallen und passt damit ziemlich gut in das Weltbild von Trump. Denn nicht nur hier, sondern auch bei Zöllen denkt er wie jemand, der im 19. Jahrhundert stehen geblieben ist.“
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Brisant ist Trumps Drohung auch aus sicherheitspolitischer Sicht. Denn Grönland gehört zum Königreich Dänemark – einem engen NATO-Partner der USA. Wenn er seine Drohungen tatsächlich umsetzt, könnte das einen NATO-internen Eklat auslösen. Nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags würde ein Angriff auf Grönland – selbst durch ein anderes NATO-Mitglied – theoretisch als Angriff auf alle Bündnispartner gewertet. Der US-Präsident stellt damit nicht nur die Beziehungen zu einem Verbündeten auf die Probe, sondern auch die Stabilität des Bündnisses selbst.